Wissen

Secondhand-Laden eröffnen: Franchise oder eigener Laden – was passt zu dir?

13. September 2026 · 6 Min. Lesezeit

Du willst einen Secondhand-Laden mit Regalvermietung eröffnen und stehst vor einer grundsätzlichen Entscheidung: Startest du als Franchisenehmer:in in einem bestehenden System oder baust du deinen eigenen Laden auf? Beide Wege funktionieren – sie passen nur zu unterschiedlichen Typen von Gründer:innen. In diesem Artikel vergleichen wir beide Modelle: was du bekommst, was es kostet und welche Freiheiten du dafür abgibst oder behältst.

Was dir ein Franchise-System bietet

Der größte Reiz an Franchise liegt in der Abkürzung: Du übernimmst ein Konzept, das bereits an anderen Standorten funktioniert. Typischerweise bekommst du:

  • Ein erprobtes Geschäftsmodell mit dokumentierten Abläufen, sodass du nicht bei null anfangen musst
  • Eine bekannte Marke, die Kund:innen und potenzielle Mieter:innen schon kennen
  • Schulung und Einarbeitung durch den Franchisegeber
  • Zentrale Unterstützung bei Marketing, Einkauf oder Ladengestaltung
  • Austausch mit anderen Franchisenehmer:innen, die vor ähnlichen Fragen stehen

Gerade wenn du noch keine Erfahrung im Einzelhandel hast, kann diese Struktur Sicherheit geben.

Was Franchise kostet: Diese Posten solltest du einplanen

Die Unterstützung eines Franchise-Systems hat ihren Preis. Drei Kostenblöcke solltest du kennen:

1. Die Einstiegsgebühr. Laut einer Studie des Deutschen Franchiseverbands (DFV) zahlten Franchisenehmer:innen in Deutschland folgende Eintrittsgebühren:

  • 24 % bis zu 5.000 €
  • 17 % zwischen 5.001 € und 10.000 €
  • 38 % zwischen 10.001 € und 25.000 €
  • 21 % zwischen 25.000 € und 50.000 €

Fast 60 % der Franchisenehmer:innen zahlen demnach mehr als 10.000 € für den Einstieg. Zur Einordnung aus anderen Branchen: Bei Fitnessstudio-Ketten wie clever fit liegt die Einstiegsgebühr bei rund 18.490 €, bei Immobilienmarken wie Dahler bei rund 30.000 €.

2. Die laufende Franchisegebühr. Zusätzlich fällt in der Regel eine monatliche Gebühr an – branchenübergreifend üblich sind etwa 3 bis 7 % vom Nettoumsatz, teils auch mehr. Sie ist ein fester Bestandteil der Kalkulation, unabhängig davon, wie gut dein Laden gerade läuft.

3. Die Werbe- bzw. Marketinggebühr. Oft kommt eine zweckgebundene Abgabe von etwa 1 bis 3 % des Umsatzes für zentrale Marketingmaßnahmen hinzu.

Wichtig: Das sind branchenübergreifende Richtwerte, keine Angaben zu einem bestimmten System. Die genauen Konditionen findest du immer im jeweiligen Franchise-Exposé – und sie sollten Teil deiner Rentabilitätsrechnung sein, gerade bei einem kleineren Laden mit begrenztem Umsatz.

Zur Einordnung der Größenordnung: Die deutsche Franchisewirtschaft kam 2023 auf rund 910 aktive Systeme mit etwa 147.030 Franchisenehmer:innen und einem addierten Umsatz von 147 Milliarden Euro. Franchise ist also ein etabliertes, weit verbreitetes Geschäftsmodell.

Der Kompromiss: Vorgaben des Franchisegebers

Als Franchisenehmer:in bist du rechtlich selbstständig, trägst das unternehmerische Risiko und investierst dein eigenes Kapital. Im Gegenzug verpflichtest du dich, das Konzept des Franchisegebers umzusetzen – und genau darin liegt der Preis für Wiedererkennung und erprobte Abläufe. Typische Bereiche, in denen es Vorgaben gibt:

  • Sortiment und Optik: Ladeneinrichtung, Farbwelt und Auftritt folgen oft einem Handbuch.
  • Preisgestaltung: Manche Systeme geben Preisspannen oder Richtlinien vor.
  • Standort und Öffnungszeiten: Hier hat der Franchisegeber häufig ein Mitspracherecht oder muss zustimmen.
  • Software und Prozesse: Oft sind bestimmte Tools verbindlich vorgeschrieben.
  • Vertragslaufzeit: Franchiseverträge laufen meist über 5 bis 10 Jahre – ein früher Ausstieg ist in der Regel an Bedingungen geknüpft.

Ob das ein Nachteil ist, hängt von dir ab: Wer klare Strukturen schätzt, empfindet Vorgaben als Entlastung. Wer gern eigene Entscheidungen trifft, empfindet sie als Einschränkung.

Der eigene Laden: mehr Freiheit, mehr Eigenverantwortung

Eröffnest du unabhängig, entfallen Einstiegsgebühr, laufende Franchisegebühr und Werberumlage. Du entscheidest selbst über:

  • deinen Namen, dein Sortiment und deine Preisgestaltung,
  • welche Software und Prozesse du nutzt,
  • wie du wächst – ob mit 40 Regalen oder 300,
  • und wie sich dein Konzept langfristig weiterentwickelt.

Die Kehrseite: Prozesse, die ein Franchisesystem mitliefert – Regalverwaltung, Abrechnung, Mieterkommunikation, Kassenanbindung – baust du selbst auf, und die Marke muss sich erst etablieren. Genau für den organisatorischen Teil gibt es Pladsly: Eine Software für Regalvermietung, die Regalbuchung, Abrechnung, Mieterportal und automatische Auszahlung übernimmt – ohne Excel-Chaos und ohne dass du Umsatzprozente an eine Zentrale abgibst. So bekommst du einen großen Teil der organisatorischen Entlastung, die ein Franchisesystem verspricht, und behältst trotzdem die volle Gestaltungsfreiheit.

Bist du eher Typ Franchise oder Typ Selbermacher?

Franchise passt eher zu dir, wenn du …

  • noch wenig Erfahrung im Einzelhandel hast und eine erprobte Struktur schätzt,
  • von einer bekannten Marke und zentralem Marketing profitieren möchtest,
  • Vorgaben als Orientierung und Entlastung empfindest,
  • Startkapital für Einstiegs- und laufende Gebühren eingeplant hast.

Der eigene Laden passt eher zu dir, wenn du …

  • dein eigenes Konzept, deinen eigenen Namen und deinen eigenen Stil aufbauen möchtest,
  • Entscheidungen zu Sortiment, Preisen und Abläufen selbst treffen willst,
  • laufende Umsatzabgaben vermeiden und flexibel bleiben möchtest,
  • bereit bist, Marke und Prozesse selbst zu entwickeln – idealerweise mit der passenden Software an deiner Seite.

Franchise und eigener Laden im Überblick

Franchise-SystemEigener Laden mit Pladsly
Einstiegsgebührhäufig 10.000 – 50.000 €keine Franchise-Gebühr
Laufende Gebührca. 3 – 7 % vom Umsatzkeine
Werbegebührca. 1 – 3 % vom Umsatzkeine Pflichtabgabe
Konzept und Abläufeerprobt und vorgegebenselbst gestaltet, mit Software unterstützt
Entscheidungsfreiheitgeteilt mit dem Franchisegeberliegt bei dir
Vertragsbindungmeist 5–10 Jahrekeine Franchise-Bindung
Markenbekanntheitvorhandenmusst du aufbauen
Schulung und Netzwerkdurch das Systemeigenständig organisiert

Dein Laden läuft – und du denkst an Wachstum?

Vielleicht betreibst du bereits einen erfolgreichen Laden und überlegst, was als Nächstes kommt: ein zweiter Standort, mehrere Filialen oder sogar dein eigenes Konzept als Franchise anzubieten. Auch dafür brauchst du saubere Prozesse im Hintergrund. Pladsly unterstützt mehrere Läden und Standorte sowie Franchise-Strukturen – dein System wächst also mit deinem Konzept mit, egal ob du bei einem Standort bleibst, weitere Filialen eröffnest oder Partner:innen unter deiner Marke starten lässt.

Häufige Fragen zu Franchise vs. eigenem Secondhand-Laden

Was kostet ein Franchise für einen Secondhand-Laden? Neben der einmaligen Einstiegsgebühr (häufig 10.000–50.000 €) kommen laufende Gebühren von etwa 3–7 % vom Umsatz sowie 1–3 % Werbeabgabe hinzu. Die genaue Höhe hängt vom jeweiligen System ab und sollte immer im offiziellen Franchise-Exposé geprüft werden.

Lohnt sich Franchise für einen kleinen Secondhand-Laden? Das hängt von deiner Erfahrung, deinem Kapital und deinen Zielen ab. Wer eine bekannte Marke und feste Strukturen schätzt, findet im Franchise ein passendes Modell. Wer lieber eigenständig arbeitet, kann bei einem vergleichsweise einfachen Geschäftsmodell wie der Regalvermietung viele organisatorische Vorteile auch mit passender Software im eigenen Laden abbilden.

Kann ich einen Secondhand-Laden auch ohne Franchise erfolgreich eröffnen? Ja. Viele Secondhand-Läden mit Regalvermietung starten unabhängig und nutzen spezialisierte Software, um Buchung, Abrechnung und Mieterverwaltung zu automatisieren.

Kann ich mein eigenes Ladenkonzept später als Franchise anbieten? Grundsätzlich ja. Viele Franchise-Systeme sind aus einem einzelnen erfolgreichen Laden entstanden. Wichtig sind dafür dokumentierte, reproduzierbare Abläufe – und eine Software, die mehrere Standorte und Franchise-Strukturen abbilden kann, wie es bei Pladsly der Fall ist.

Fazit

Franchise und eigener Laden sind zwei legitime Wege zum Secondhand-Laden mit Regalvermietung. Franchise bringt Marke, Struktur und Unterstützung – gegen Gebühren und Vorgaben. Der eigene Laden bringt Freiheit und volle Gestaltungsmöglichkeit – gegen mehr Eigenverantwortung beim Aufbau. Welcher Weg besser passt, hängt von deiner Erfahrung, deinem Kapital und deiner Persönlichkeit ab. Wenn du dich für den eigenen Laden entscheidest, musst du die Organisation nicht allein stemmen: Mit der richtigen Software für Regalvermietung, Abrechnung und Mieterverwaltung bekommst du einen großen Teil der Struktur, die ein Franchise verspricht – und kannst dein Konzept später sogar auf mehrere Standorte oder eigene Franchise-Partner ausweiten.

Quellen: Deutscher Franchiseverband (DFV), Studie zu Einstiegsgebühren 2022/2023; selbststaendigkeit.de, Franchisegebühren-Übersicht; wko.at, Gebühren & Standortwahl im Franchising. Angaben ohne Gewähr, Stand 2026.

Lust, Pladsly auszuprobieren?

Kein Technik-Wissen nötig · In 10 Minuten eingerichtet · Support auf Deutsch.

Kostenlos testen